Appell an das "starke" Geschlecht

Männer sind besonders anfällig für Darmkrebs!

„Die Situation ist paradox“, sagt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng): „Männer nutzen die Darmkrebsvorsorge weniger als Frauen, obwohl bei ihnen deutlich öfter die Vorstufen der bösartigen Erkrankung gefunden werden.“

Bei der Auswertung der Daten von 625.000 Darmspiegelungen, die die kassenärztliche Vereinigung Bayern dokumentiert hat, haben Wissenschaftler der Uniklinik München festgestellt, dass sowohl im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen als auch von Untersuchungen nach Beschwerden bei Männern aller Altersgruppen etwa doppelt so viele Vorstufen und Dickdarmtumoren gefunden werden wie bei Frauen.

Die niedergelassenen Gastroenterologen engagieren sich mit der Kampagne „Ich geh‘ da hin!“ seit Jahren im Kampf gegen den Darmkrebs. Wenn Vorstufen bei der Darmspiegelung entdeckt und entfernt werden, kann die Erkrankung verhindert werden. Bei rechtzeitiger Erkennung einer bereits ausgebrochenen Tumorerkrankung ist Heilung in sehr vielen Fällen möglich.

„Mit Aktionen unter dem Motto ‚1000 mutige Männer …‘ ist es gelungen das starke Geschlecht verstärkt zur Vorsorge zu motivieren“, sagt Dr. Theilmeier. Die jetzt vorgelegten Zahlen bestätigen das Anliegen, die Zurückhaltung der Männer nicht einfach hinzunehmen. „Wir Gastroenterologen appellieren an die männliche Bevölkerung über 55 Jahren, die Chance zu nutzen und zur Darmspiegelung zu gehen.“