CT

Der Darm kann mit einer Computertomographie (CT) untersucht werden. Es gibt Erkrankungen, für die das CT die Methode der Wahl ist. Aber in der Darmkrebs-Vorsorge bleibt die Darmspiegelung unbestritten die zuverlässigste und vorteilhafteste Methode.

"Beim CT wird der Darm geröntgt", erklärt Prof. Dr. Birgit Kallinowski, die Sprecherin des Berufsverbandes der niedergelassenen Gastroenterologen (bng), "das heißt man nimmt eine deutliche Strahlenbelastung in Kauf, obwohl es mit der Darmspiegelung eine bessere, strahlungsfreie Alternative gibt." Noch dazu ist die Genauigkeit der CT-Untersuchung geringer: Polypen, also die potenziellen Krebsvorstufen, werden erst ab einer Größe von fünf bis zehn Millimetern erkannt. Dabei sind häufig die ganz flachen, im CT schwer erkennbaren Formen von Polypen die gefährlichsten.

Im Gegensatz zu dem indirekten, äußeren Verfahren der Computertomographie wird bei der Koloskopie die Darmschleimhaut direkt mit Hilfe von Endoskop und Videokamera Stück für Stück visuell kontrolliert. Wenn ein Polyp entdeckt wird, kann er gleich entfernt und zur pathologischen Untersuchung eingeschickt werden. Denn ob ein Polyp gut- oder bösartig ist, kann oft weder mit CT noch mit Darmspiegelung sondern nur unter dem Mikroskop bestimmt werden.

"Es gibt keinen Grund, eine Darmspiegelung zu scheuen", sagt Prof. Kallinowski. "Das Verfahren ist schmerzfrei, nur mit geringen Risiken verbunden und sehr zuverlässig. Wer sicher gehen will, nicht an der häufigsten geschlechtsunabhängigen Krebsform zu erkranken, der sollte zur Darmspiegelung gehen."

Die Darmspiegelung ist im Gegensatz zur Computertomographie als Vorsorge-Untersuchung von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt und steht jedem Versicherten nach dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre einmal zu. "Die Koloskopie ist Diagnostik und Therapie in einem Schritt", betont Prof. Kallinowski. "Wenn im CT Polypen festgestellt werden, müssen diese anschließend doch durch eine Koloskopie entfernt werden. Gesundheitssystem und Patient werden doppelt belastet."