Familiärer Darmkrebs

Risikopatienten frühzeitig koloskopieren!

Rund 25 Prozent aller Darmkrebserkrankungen treten mit familiärer Häufung auf. In den meisten dieser Fälle kann keine konkrete genetische Ursache benannt werden. Derzeit prüfen die zuständigen Gremien und Bundesbehörden, ob Personen mit erhöhtem familiärem Risiko schon früher als bisher eine Vorsorge-Darmspiegelung angeboten werden soll.

Es ist unstrittig, dass Menschen unter 55 Jahren mit mindestens einem Fall von Darmkrebs bei Verwandten ersten Grades im Vergleich zu unbelasteten Personen ein bis zu viermal höheres Risiko haben, ebenfalls an Darmkrebs zu erkranken“, sagt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen (bng). „Im Zuge einer Darmspiegelung werden Veränderungen der Darmschleimhaut, so genannte Polypen, die potenzielle Krebsvorstufen darstellen können, entfernt“, erklärt der Darmkrebsexperte. „Deshalb ist diese Vorsorge-Untersuchung in jedem Fall eine echte Möglichkeit, das persönliche Darmkrebsrisiko zu minimieren.“bng beobachtet mit Sorge die zögerliche Haltung der Verantwortlichen, die unter Berufung auf fehlende Studien, einer Erweiterung der Screening-Angebote für familiär betroffene Mitbürger eher skeptisch gegenüber stehen. „Der Nutzen mag nicht bewiesen sein“, sagt Dr. Theilmeier, „aber Tatsache ist auch, dass Vorsorge-Projekte mit betroffenen Familien hohe Trefferquoten bei Krebsuntersuchungen in der Verwandtschaft gezeigt haben.“niedergelassenen Gastroenterologen plädieren dafür, den offenkundigen und plausiblen Nutzen der Vorsorge-Koloskopie für Angehörige von Risikofamilien anzuerkennen und nicht aufgrund fehlender Studien, die die Betroffenen nicht zu verantworten haben, in den Wind zu schlagen. Theilmeier: „Es geht darum, lieber einmal umsonst zu untersuchen, als einen noch heilbaren Darmkrebs zu übersehen!“