Helicobacter pylori

Alternative Therapie bei Antibiotika-Resistenz

Zunehmende Antibiotika-Resistenzen sind auch für die Therapie gegen das Magenbakterium Helicobacter pylori ein Problem. Gastroenterologen beobachten mit Sorge insbesondere eine Zunahme von Resistenzen gegenüber dem Antibiotikum Clarithromycin, das ein wichtiger Bestandteil der üblichen Tripel-Therapie ist.

40 Prozent der Deutschen sind mit Helicobacter pylori infiziert. Der Krankheitserreger nistet sich in der Magenschleimhaut ein und kann dort zu Entzündungen führen. Dabei erhöht sich das Risiko für den Infizierten, an Geschwüren in Magen und Zwölffingerdarm sowie an Magenkrebs zu erkranken.

Das Magenbakterium ist genetisch sehr variabel und verändert sein Genom im Verlauf einer Infektion sehr rasch. Dabei passt es sich den Bedingungen im Magen an und verbessert seine Fähigkeit, sich wie eine Klette an der Magenschleimhaut festzuklammern. „Dies ein weiterer Grund, warum es für uns wichtig ist, eine zuverlässige Therapie zur Verfügung zu haben“, erklärt Prof. Dr. Birgit Kallinowski vom Berufsverband er niedergelassenen Gastroenterologen (bng).

Gastroenterologen der Universität Magdeburg haben eine neue Quadrupel-Therapie entworfen und getestet, die ohne Clarithromycin auskommt und zusätzlich eine deutliche Verbesserung des Therapieerfolgs erwarten lässt. „Durch die rasche Umsetzung von Erkenntnissen aus der medizinischen Forschung werden die niedergelassenen Gastroenterologen trotz zunehmender Resistenz gegen Clarithromycin nicht nur weiterhin in der Lage sein, den gefährlichen Erreger effektiv zu therapieren. Sie werden darüber hinaus die Erfolgsrate von bisher 55 Prozent auf bis zu 80 Prozent steigern können“, sagt die Verbandssprecherin.

Die neue Quadrupel-Therapie setzt sich aus dem Protonenpumpenhemmer Omeprazol sowie einer Medikamenten-Kombination aus Wismutsalz mit den beiden Antibiotika Metronidazol und Tetrazyklin.