Männer im Focus

Darmkrebsmonat 2012 - Männer im Fokus

Anlässlich des diesjährigen Darmkrebsmonats März appelliert Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, Ehrenmitglied im Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen (bng) und Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke, an Kostenträger und Entscheider im Gesundheitswesen, dass die Altersgrenze für Männer zum Einstieg in die Vorsorge gegen Darmkrebs auf 45 Jahre gesenkt und ihnen mit 50 Jahren zum ersten Mal die Koloskopie angeboten werden sollte.

Seit zehn Jahren ermöglicht die Vorsorgekoloskopie einen effektiven Schutz vor dem metastasierenden Tumorleiden, das beide Geschlechter zusammen am häufigsten ereilt. In diesem Zeitraum haben von den anspruchsberechtigten Versicherten 20,1 Prozent der Frauen, aber nur 18,3 Prozent der Männer ihren Darm endoskopisch untersuchen lassen. Dabei verdichten sich in den letzten Jahren weltweit die Hinweise, dass es offenbar geschlechtsspezifische Unterschiede für den Beginn der Erkrankung gibt. Vor allem nach Studien in Polen sowie in Österreich und Deutschland ist ganz offensichtlich davon auszugehen, dass Männer früher und intensiver an Enddarmkrebs, also einem kolorektalen Karzinom, erkranken als Frauen.

„Wir müssen leider immer wieder feststellen, dass unser Gesundheitssystem fast ausschließlich ein Reparaturbetrieb ist“, stellt Prof. Riemann in seinem Statement zum Darmkrebsmonat fest. „Für Prävention sind in diesem System maximal ein bis fünf Prozent der Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen vorgesehen.“ Es bleibt daher die Aufgabe von Vereinen, Verbänden und Stiftungen, das so wichtige Anliegen der Prävention voran zu bringen. Dazu dient auch der Darmkrebsmonat, der in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr steht.