Tabuthema Hämorrhoiden

keine Scheu vor dem Arztbesuch

Obwohl Hämorrhoiden zu den häufigsten Erkrankungen in den Industrienationen zu rechnen sind, wird wenig über dieses verbreitete Problem gesprochen. „Niemand weiß, wie viele Menschen betroffen sind, aber Schätzungen zufolge leiden deutlich mehr als die Hälfte aller Erwachsenen im Lauf ihres Lebens an Beschwerden im Analbereich“, erklärt Dr. Joachim Muhl vom Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen (bng).

Die meisten Betroffenen tolerieren anfängliche Beschwerden wie Jucken, Nässen und Brennen. „Aber spätestens wenn im Stuhlgang oder auf dem Toilettenpapier Blut entdeckt wird, sollte am besten ein Facharzt wie der Gastroenterologe bzw. der Proktologe aufgesucht werden“, so Dr. Muhl, „um die Ursache abzuklären, schwerwiegendere Erkrankungen auszuschließen und geeignete therapeutische Maßnahmen in die Wege zu leiten.“

Zur Diagnose eines Hämorrhoidalleidens gehören neben der Anamnese eine klinische Untersuchung, eine Proktoskopie und eine Rektoskopie. Blut im Stuhl macht eine Koloskopie erforderlich. „Hämorrhoiden machen dann Probleme, wenn sie ungleich groß sind und deshalb Darmsekret durch diese Störung des Verschlusses die Haut des Analkanals und um den After irritieren kann. Dadurch entsteht ein Ekzem, das zusätzlich durch allergische Reaktionen Beschwerden machen kann“, erläutert der bng-Spezialist.

Hämorrhoidalvergrößerungen werden stadiengerecht behandelt. Das kann fast immer ambulant in der Praxis durchgeführt werden. „Das Ziel der Behandlung, so Dr. Muhl, „ ist nicht die Hämorrhoiden zu entfernen, sondern sie gleich groß zu machen, damit der Feinschluss des Afters wieder funktioniert.“ Die Behandlung der Symptome mit Salben hilft meistens nur akut und kurzfristig. In sehr fortgeschrittenen Stadium muss man auch an eine Operation denken.